Navigation nachrüsten
Schon seit einigen Jahren sind Endgeräte für das GlobalPositioningSystem, das ursprünglich nur für US-Militärs entwickelt wurde, und für die Zivilbevölkerung aus Sicherheitsgründen zunächst nur mit eingeschränkter Genauigkeit nutzbar war verfügbar. Heute gibt es viele Typen von GPS Endgeräten, z.B. Navigationssysteme, spezielle PDAs, Notrufsysteme für Ältere oder kranke Personen, Positonsbestimmungsgeräte für Fahradfahrer, Wanderer oder Seefahrer. Endgeräte ohne eingebaute GPS-Technologie können die Funktionen mit einem externen GPS-Empfänger nachrüsten und dabei auf Bluetooth GPS Lösungen zurückgreifen.
Das bietet sich insbesondere bei den meisten aktuellen Handys und PDAs an, da diese bereits vom Hersteller oft mit Bluetooth ausgestattet sind und sie so ohne weitere Zusatzgeräte energiespaarend per Kurzstreckenfunk auf das GPS zugreifen können.
Ein Bluetooth GPS besteht aus der Empfangselektronik, welche das Signal der NAVSTAR-GPS-Satelliten empfängt und aufgrund der Zeitabweichung der Eintreffenden Signale die Position auf der Erde je nach Empfangsbedingungen bis auf 5 Meter genau berechnen kann. Andere Geräte (z.B. PDAs mit Navigationssoftware, Handys oder Laptops, die Bluetooth unterstützen) können per Bluetooth eine Verbindung zum GPS Gerät aufbauen. Da die Kommunikation mit GPS-Geräten schon lange vor der Entwicklung von Bluetooth standardisiert wurde, wird diese Verbindung bei fast allen Bluetooth GPS Geräten über das Bluetooth SPP aufgebaut. SPP steht dabei für “Serial Port Profile”, und erzeugt einen virtuellen seriellen Port, dessen Daten per Kurzstreckenfunk übertragen werden. Serielle waren lange Zeit Standard bei nahezu allen Computersystemen, weshalb das Kommunikationsprotokoll NMEA (National Marine Electronics Association, Nationale Vereinigung für Marineelektronik) für GPS-Geräte über diese früher übliche Schnittstelle läuft.
Die Nutzung des SPP bietet auch den Vorteil, dass die früher für kabelgebundene GPS-Geräte geschriebene Software heute weiterhin ohne Einschränkungen zusammen mit Bluetooth GPS geräten genutzt werden kann.
Zur Nutzung von Bluetooth GPS Empfängern mit Handys der letzten Generation findet man im Internet viel und unter Umständen oft auch kostenlose Software für Symbian- oder J2ME-fähige Mobiltelefone, auch für PDAs unter Windows Mobile ist gesorgt. Dabei wird jeder Interessenbereich von der einfachen Wanderroutenspeicherung über das Ergänzen von mit der Handykamera geschossenen Bildern mit Ortsinformationen und Programme zur Kartenanzeige bis zur vollwertigen Navigationslösung mit automatischer Stauumfahrung und Blitzerwarnung abgedeckt. Am besten ist die Softwareverfügbarkeit für PDAs und Symbian-Handys, da J2ME die Speicherung von großen Dateninhalten relativ schwer macht, was die Entwicklung aufwändiger Navigationssoftware erschwert.
Bluetooth GPS Geräte bringen zur leichteren Verwendung als Navigationssystem im Auto oft einen Adapter zum Aufladen am Zigarettenanzünder oder sogar eine Halterung zum Befestigen im Cockpit mit, und haben durch den geringen Stromverbrauch durchaus auch das Potential selbst ganztägige Wander- oder Fahrradtouren auf dem Handy oder PDA aufzuzeichen. Einige der verfügbaren Programme erlauben dabei sogar den Export in das von Google Earth verwendete Datenformat kml, so daß sich die zurückgelegten Strecken später komfortabel auf der Virtuellen Erdkugel des Suchmaschinenherstellers anzeigen oder über die von Google verfügbare Api für Google Maps in die eigene Homepage einbinden lassen.
Ein Bluetooth GPS Empfänger bietet also die Möglichkeit, Handy oder PDA zum vollwertigen Navigationssystem aufzuwerten, und ist preislich deutlich günstiger zu haben als eine Fertiglösung. Während Fertiglösungen kaum unter 250€ zu haben sind, kann mit einem Bluetooth GPS für unter 100€ und einer navigationssoftware unter 100€ leicht Geld gespaart werden.
Ähnliche Themen:
GPS, Navigation, PDA